{"id":363,"date":"2013-03-26T11:42:01","date_gmt":"2013-03-26T10:42:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erkenntnis.org\/blog\/?p=363"},"modified":"2014-09-27T21:08:52","modified_gmt":"2014-09-27T20:08:52","slug":"echnaton-und-die-tragodie-des-monotheismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=363","title":{"rendered":"Echnaton und die Trag\u00f6die des Monotheismus"},"content":{"rendered":"\n<!-- FB Like Button Starbit IT Solutions BEGIN -->\n<div class=\"fb-like\" data-href=\"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=363\" data-layout=\"standard\" data-action=\"like\" data-show-faces=\"false\" data-size=\"small\" data-width=\"450\" data-share=\"\" ><\/div>\n<!-- FB Like Button Starbit IT Solutions END -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Echnaton oder vielmehr Amenhotep IV war ein Sohn Amenhoteps III und der Gro\u00dfen K\u00f6niglichen Gemahlin ( so ihr amtlicher Titel) Teje. Mit Rufnamen hie\u00df der vierte Amenhotep Wan \u2013 Re oder in der Aussprache der damaligen Zeit wohl Wanrija. Er war nicht von allem Anfang an zum Thronfolger bestimmt gewesen, aber die \u00e4lteren S\u00f6hne des dritten Amenhotep starben und er allein blieb \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Wanrija war bereits ehe er K\u00f6nig wurde, verheiratet mit einer Tochter aus bestem Hause, deren b\u00fcrgerlichen Namen wir nicht kennen, der Name, den ihr der K\u00f6nig verlieh, war Nofertiti (die Sch\u00f6ne die gekommen ist) oder in unserer Gewohnheit Nofretete. Das bedeutet nicht, dass sie von weither gekommen sein muss, wie manche meinen, es bedeutet, dass sie in die Familie gekommen ist. Nofretete und Wanrija verstanden sich ganz gut und sie war ja auch wirklich eine sch\u00f6ne Frau \u2013 selbst nach modernen Ma\u00dfst\u00e4ben. Das eine Auge, das ihrer B\u00fcste fehlt, muss nicht bedeuten, dass sie ein\u00e4ugig gewesen w\u00e4re. Plausibler erscheint mir die Annahme, dass in diesem Auge ausprobiert wurde, welche Gestaltung ihrer Augen an der endg\u00fcltigen Statue am besten gewesen w\u00e4re \u2013 die B\u00fcste ist ja nur ein sozusagen Studienobjekt des Hofbildhauers Thutmosis. Das Paar hatte sechs T\u00f6chter, von denen eine im Laufe ihrer Regentschaft verstarb, eine andere ihren Halbbruder Tut Anch Aton heiratete und mehrere Fehlgeburten hatte. Nachfolger des Wanrija wurde sein Mitregent Sem ench Ka Re, dann Echnatons vermutlicher Schwiegervater der schon bejahrte Eje, Nofretetes Vater, ihm folgte besagter Tut Anch Aton und diesem dann wiederum sein Schwager Har em Heb. Er ist der letzte K\u00f6nig der achtzehnten Dynastie. Neben Nofretete hatte Wanrija noch andere Frauen, bekannt ist die Nebenfrau Kija, aber die Mutter des Tut ist nicht sie, sondern Wanrijas Schwester Baket Aton. Sowohl Kija als auch Nofretete verschwanden stillschweigend von der Bildfl\u00e4che, Kija fiel wahrscheinlich einem Attentat zum Opfer. Sie wurde an der Seite der k\u00f6niglichen Familie in Achet Aton bestattet und sp\u00e4ter von Tut mit den S\u00e4rgen der k\u00f6niglichen Familie ins Tal der K\u00f6nige umgebettet. Das mag der Preis gewesen sein um den er die alte Religion wieder einf\u00fchrte. Der Name des K\u00f6nigs Echnaton aber wurde auf allen K\u00f6nigslisten getilgt \u2013 warum?<\/p>\n<p>Weil er, wir wissen es, etwas Ungeheuerliches tat: er versuchte, \u00c4gypten in einen monotheistischen Gottesstaat umzuwandeln, dessen einziger Priester der K\u00f6nig war, der alle anderen Priester als seine Stellvertreter erst beauftragen musste, den Kult des Aton an anderen St\u00e4tten durchzuf\u00fchren. Dieser Kult des Aton war in seinen Opfern unblutig, in\u00a0 seinen Tempeln geschah er bei hellem Tageslicht, die Tempel selbst waren durchweg \u00f6ffentlich und jeder Untertan war angewiesen, einen Altar f\u00fcr den Aton zu errichten und davor zu beten. Wie kam es dazu?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen hier etwas ausholen. Am Ende der Herrschaft der Hyksos als sich der Widerstand gegen sie im ganzen Land formierte, da waren es bestimmte Nomaden, die herumzogen und indem sie ihre Herden herumf\u00fchrten, sie waren Schafz\u00fcchter, die Rolle von Mittelsm\u00e4nnern zwischen S\u00fcden und Norden spielten. Durch ihre geheimdienstliche T\u00e4tigkeit wurde die Koordination der Widerstandsnester erst m\u00f6glich und diese zeitigte dann auch Erfolge: die Hyksos wurden ausgetrickst und nach zwei gro\u00dfen Schlachten, in denen sie unterlagen,\u00a0 endg\u00fcltig vertrieben. Zum Dank f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit wurde der Gott der Nomaden der neue Reichsgott \u2013 aber in die verborgenen Lehren lie\u00dfen die Gelehrten der alten Kollegien die Neuen nicht eindringen- sie wurden mit dem \u00e4u\u00dferen Gepr\u00e4nge einer reichsweiten Volksreligion belohnt und wie sich zeigte, wussten sie diesen Vorteil auch wohl zu nutzen und dr\u00e4ngten das K\u00f6nigtum immer mehr beiseite, sodass bereits Amenhotep III sich nach Alternativen umsah und den K\u00f6nigsgott vom Reichsgott trennte. Wanrija verfolgte in dieser Hinsicht also nur, was bereits sein Vater begonnen hatte \u2013 die Abl\u00f6sung des Amun\u00a0 &#8211; Kultes durch einen anderen. Neben dem Tempel des Amun in Theben wurde ein Tempel des K\u00f6nigsgottes Aton errichtet, der diesem in vielen Dingen diametral entgegen gesetzt gestaltet wurde. Es gab kein dunkles Adyton mehr (Amun, der Verborgene, musste \u00fcberall verborgen werden), sondern wie die Sonnenscheibe \u00fcberall zu sehen war, so auch das Allerheiligste des Aton. Es gab kein G\u00f6tterbild mehr, sondern Aton wurde versinnbildlicht im Zeichen der strahlenden Sonnenscheibe, deren Spitzen in Lebenszeichen \u2013 f\u00fcr das ewige Leben \u2013 auslaufen. Die Figuren des Stifters Wanrija wurden nicht, wie \u00fcblich, idealisiert, sondern eher in ihrem Realismus noch karikiert, denn es sollte alles so dargestellt werden, wie die Sonne es zu sehen bekam.<\/p>\n<p>Die Revolte des vierten Amenhotep wurde von den \u00fcbrigen Priesterkollegien unterst\u00fctzt und er hatte Erfolg, die Priester des Amun zogen aus ihren Tempeln aus und gingen fortan ihren zivilen Berufen nach, wenn sie denn solche hatten, denn in letzter Zeit waren da b\u00f6se Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten aufgetreten. Allzu sehr hatten sich die Priester darauf verlassen \u201e vom Altar ern\u00e4hrt\u201c zu werden und hatten weder privaten Besitz gesammelt noch private Berufe erlernt. So wurden viele von ihnen zu Bettlern, aber das Volk bemitleidete sie nicht im Geringsten. Sie hatten schlie\u00dflich beim Eintreiben ihrer Abgaben auch kein Mitleid gehabt, sondern eher zu viel genommen als einmal zu wenig. Der Hof war hoch erfreut, denn die Anma\u00dfung der Amunpriester war auch hier beinahe allen ein Dorn im Auge gewesen. Die Amunpriester beschwerten sich daraufhin bei den alten Kollegien, aber auch die zeigten ihnen die kalte Schulter und hielten zu ihrem Z\u00f6gling Wanrija. Der Fehler der ersten K\u00f6nige des Neuen Reiches schien behoben zu sein.<\/p>\n<p>Aber dann geschah etwas Unvorhergesehenes: Wanrija kippte alles \u2013 nur noch Aton sollte anzubeten sein. Die alten Kollegien, seit langem erfahren in der Gewissheit, dass es nur ein G\u00f6ttliches g\u00e4be, das aber allen geh\u00f6rt, waren entsetzt und versuchten Wanrija aufzuhalten, der aber nannte sie Verr\u00e4ter an der eigenen \u00dcberzeugung und lie\u00df nicht mit sich reden, vielmehr zog er aus Theben aus und bot der gesamten Priesterschaft \u00c4gyptens die Stirn. Auf jungfr\u00e4ulichem Boden lie\u00df er die Stadt Achetaton aus dem Boden stampfen und zog mit dem gesamten Hof dorthin um.<\/p>\n<p>Das Weitere kennt man, dem neuen Glauben war kein Gl\u00fcck beschieden und das nicht nur, weil sich die alten Kollegien nun mit den Amunsleuten solidarisierten, das ging nun wirklich zu weit. Auch das Volk, das Amun nur selten verehrt hatte \u2013 seine Priester waren zu unbeliebt \u2013 wehrte sich nun erbittert dagegen, dass man ihm seine G\u00f6tter rauben wollte. Und so versank Echnatons Reformation in reinster Nichtachtung. Es kam nicht einmal zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die Beschl\u00fcsse Echnatons wurden au\u00dferhalb Achetatons einfach nicht beachtet. Denn gegen den K\u00f6nig zu revoltieren war Auflehnung gegen die Maat, was niemand wollte, denn gerade der K\u00f6nig hatte die Maat ja verletzt, aber etwas nicht geh\u00f6rt, nicht gelesen, nicht zur Kenntnis genommen zu haben konnte ja schlie\u00dflich jedem mal passieren, da dr\u00fcckte die Maat schon mal ein Auge zu. Achetaton verfiel, ebenso schnell wie es gebaut ward, ward es auch verloren, schon die Generation nach Wanrija fand die St\u00e4tte kaum mehr. Der Hof siedelte unter Tut nach Theben zur\u00fcck und setzte Amun wieder in seine Rechte ein \u2013 sehr zum Missfallen der alten Kollegien, die aber nun den Preis f\u00fcr Echnatons vorschnelle Oberfl\u00e4chlichkeit zahlen mussten. Schon unter der n\u00e4chsten Dynastie aber zeigte sich, dass sie richtig gehandelt hatten, denn unter den Ramessiden wurde Amun bedeutend zugunsten des alten Ptah und seiner Stadt Memphis zur\u00fcckgestellt. Er erreichte niemals wieder seinen alten Glanz, auch wenn er respektvoll behandelt wurde und seinen Besitz behielt, ja sogar noch erweiterte. Aber er war im \u00e4gyptischen Pantheon nun ganz und gar zu einer Gottheit ehrenhalber geworden. Echnatons Monotheismus aber war gescheitert \u2013 nicht am Widerstand irgendwelcher Kollegien, sondern an dem des Volkes, das sein Herkommen verteidigt hatte \u2013 auch gegen den Sachwalter der G\u00f6tter, an den sie nun nicht mehr glaubten, wenn er eben diese G\u00f6tter verleugnete.<\/p>\n<p>Dazu muss man freilich verstehen, was G\u00f6tter in \u00c4gypten bedeuteten. Sie waren nicht, wie in Griechenland, Gestalten die unter ihnen und auf der gleichen Erde lebten, nur eben f\u00fcr immer, sondern sie waren Gestaltungen ewiger Prinzipien, Garanten daf\u00fcr, dass die Sonne auf- und unterging, dass der Nil Wasser f\u00fchrte, dass Menschen zur Welt geboren werden konnten, dass Heilung bei Krankheit geschah und Unheil vermieden wurde \u2013 sie garantierten die Wohlfahrt \u00c4gyptens und aller seiner Menschen\u00a0 &#8211; die griechischen G\u00f6tter konnten derweil schlafen, sie waren zwar da, aber es kam im Grunde nicht auf sie an. Ein Mensch aber, der die Prinzipien leugnete, nach denen Leben sich vollzog, konnte nur Ungl\u00fcck \u00fcber \u00c4gypten bringen. Echnaton strampelte sich weidlich ab, diese Folgerung aus der Welt zu schaffen, indem er den Aton als allsehend und allg\u00fctig propagierte und alle Eigenschaften aller G\u00f6tter quasi auf ihn \u00fcbertrug, aber das glaubte ihm niemand \u2013 das Leben war zu gro\u00df, dass ein einziges Prinzip es ganz h\u00e4tte erfassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn man nun Echnaton als den Vater des Monotheismus anzusehen beliebt, so muss man auch ansehen, dass dieser Monotheismus seinen Widerspruch bereits in sich tr\u00e4gt. Das ist schon daran zu sehen, dass kein Mensch den Anforderungen des Monotheismus zu entsprechen in der Lage ist. Alle monotheistischen Religionen haben Beimengungen polytheistischer Natur: Israel die Schechina und die Ruach, der Islam Ali und die Heiligen, die den Gl\u00e4ubigen oft n\u00e4her stehen als Allah und Mohammed, der zuletzt auch gott\u00e4hnlich geglaubt wird, die Christen endlich haben von vornherein ihre Gottheit in drei Gestalten und dazu noch eine vierte, die Muttergottes, die beinahe eine G\u00f6ttin ist, jedenfalls gibt es nichts, was sie ernstlich von einer solchen unterscheidet als ihr Platz in der Hierarchie \u2013 sie geh\u00f6rt nicht direkt zur Triade. Einst geh\u00f6rte sie dazu, die erste christliche Triade bestand aus Vater, Mutter und Sohn. Aber dann kamen die Priester und scheuchten sie fort und setzten den Heiligen Geist auf ihren Thron, der \u00fcbrigens \u2013 auch weiblich ist, aber das wussten sie nicht, weil sie kein Hebr\u00e4isch verstanden.<\/p>\n<p>Jedenfalls rutschte der Monotheismus \u00fcberall aus, wo er eingef\u00fchrt worden war \u2013 aber das war nicht der Monotheismus Echnatons, sondern eine ganz andere Sache. In Israel war es der eine Gott Jahwe, der vor dem babylonischen Exil der Priesterschaft ein Nomadengott, ein Stammesfetisch gewesen war und sich erst im babylonischen Exil\u00a0 zum allgewaltigen Jahwe mauserte. Vorher war er ein schlichter Wettergott gewesen, neben dem es andere G\u00f6tter gab, die von Israeliten nur nicht angebetet werden sollten. Dieser\u00a0 Wettergott hatte, wie das Wetter eben, seine Launen. Gutes tat er niemals, B\u00f6ses oft. Denn seine Sonne schien auf Gerechte wie Ungerechte, aber an seinem Volk Israel r\u00e4chte er sich dauernd wegen irgendwelcher Lappalien. Zuletzt lie\u00df er ihnen den Staat untergehen und zerstreute sie in alle Welt \u2013 so war seine Unterst\u00fctzung beschaffen als sein Volk sie dringend brauchte.<\/p>\n<p>In der Begeisterung des Glaubens an Allah eroberten die Muslime eine halbe Welt zusammen. Teils wirkte sich diese Eroberung segensreich aus, zum Beispiel im westgotisch christlichen Spanien, teils aber auch katastrophal wie im uralten Kulturland \u00c4gypten. Aber dann gab es auf einmal keine Hilfe von Allah, als es im neunzehnten Jahrhundert darum ging, das Eroberte zusammen zu halten. Die Europ\u00e4er kamen und versetzten die Muslime in koloniale und halbkoloniale Unterdr\u00fcckung und da war kein Allah weit und breit. Erst in der Folge des zweiten Weltkrieges, als Europa schwach geworden war, befreiten sich die muslimischen V\u00f6lker \u2013 hat Allah den Weltkrieg gemacht, von dem sie profitierten? Hat er nicht. Sondern eine europ\u00e4ische gro\u00dfindustrielle Kamarilla bekam den Hals nicht voll und hatte aus ihrer ersten Niederlage nichts gelernt, daher kam dann gleich die zweite, schrecklichere, die alle V\u00f6lker Europas in Mitleidenschaft zog, nur die Vereinigten Staaten nicht. aber die hatten keine Kolonien. Nachdem\u00a0 hatten sie welche \u2013 nur hie\u00dfen sie nicht so. eDamit war die Unf\u00e4higkeit monotheistischer Gottheiten erwiesen und dass die entsprechenden Religionen fortbestehen durften, verdankten sie nur dem Schatz an ethischen Regeln, die sie immerhin auch vermittelten. Sie verdankten es der Tatsache, dass sie den ethischen Regeln eine der jeweiligen Kultur angemessene Sprache verliehen. Aber niemand hat erst einmal die Waffen vergessen, die durch sie gesegnet worden waren und niemand vergisst wohl den ekstatischen Segen, den sich die Siegerm\u00e4chte durch sie erteilen lie\u00dfen, uneingedenk der Annahme, dass ihr Gott ja auch der Gott der Besiegten war. Der Monotheismus war also geteilt: es gab nicht nur die drei monotheistischen Weltreligionen, es gab darunter noch einen Gott der Sieger, einen der Besiegten, eine der Katholiken, einen der Lutheraner, einen der Kalvinisten und nota bene auch einen der Zeugen Jehovas. Diese G\u00f6tter konkurrierten alle miteinander unter dem Deckmantel des Monotheismus, also \u2013 er lie\u00df sich\u00a0 auch von diesem Aspekt her nicht durchhalten. Praktische spirituelle Relevanz besa\u00df dieser Gott nat\u00fcrlich nicht. Praktische politische Relevanz besa\u00df er umso mehr, aber das war wohl eher die Relevanz seiner Bekenner.<\/p>\n<p>Und Echnaton hat das alles losgetreten? Gl\u00fccklicherweise besa\u00dfen die siebzehn Jahre in denen er regiert hat diese Bedeutung nicht, \u00c4gypten hat sie vergessen und mit Recht. Aber die Idee wurde auch anderswo gefunden, n\u00e4mlich in den Steppengebieten Transjordaniens und des Sinai, wo einige Beduinenst\u00e4mme unter der \u00dcberaufsicht \u00c4gyptens lebten. Die schlossen sich mehr oder weniger friedlich zusammen und erkl\u00e4rten den Gott der st\u00e4rksten Sippe als ihren eigenen. Diese st\u00e4rkste Sippe nannte man nach ihrem Gott die Jahva \u2013 Beduinen. Dieser Zusammenschluss von Sippen brach eines Tages in die Territorien der ackerbauenden Bewohner Kanaans ein, erschlug die Einwohner (Gottesbann) mit Mann und Maus und bem\u00e4chtigte sich ihrer L\u00e4ndereien. Das Weitere ist bekannt. Eines sch\u00f6nen Tages legten sie so wenig Realit\u00e4tssinn an den Tag, dass sie sich mit dem m\u00e4chtigen Neubabylonischen Reich anlegten \u2013 und nat\u00fcrlich von diesem plattgewalzt wurden, wie nicht anders zu erwarten gewesen. Aber die Babylonier waren gro\u00dfm\u00fctiger als man meint: sie verzichteten darauf, die Israeliten insgesamt niederzustechen, sie deportierten nur die Adelsschicht mit der Absicht, sie zu zivilisieren. Das gelang ihnen auch zu einem gro\u00dfen Teil, denn als unter den Persern, die ihrerseits die Babylonier besiegten, eine lokale Verwaltung eingerichtet werden sollte, da kehrten nur relativ wenige Ehemalige nach Israel zur\u00fcck, fortan bestanden zwei Zentren des Jahweglaubens, einer in Mesopotamien und einer in Israel. Das mesopotamische Zentrum sollte in der Zukunft sogar normierende Bedeutung f\u00fcr das Judentum erlangen (babylonischer Talmud).<\/p>\n<p>Im r\u00f6mischen Reich entstand aus der Mitte des Judentums heraus das Christentum. Dummerweise berief es sich dabei auf einen gewissen Jesus, der gar kein Christ, sondern ein an \u00c4gypten geschulter Philosoph gewesen war. Dadurch gerieten die Christen fast von Anfang an in Widerstreit mit dessen Philosophie, die \u00fcbrigens im r\u00f6mischen Reich gut Karriere machte. Die Christen vertraten einen modifizierten Monotheismus indem sie ihren Gott unter mehreren Aspekten betrachteten: einem historischen, einem menschlichen und einem rein spirituellen: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Das nun wieder ging einem Orientalen nicht so recht ein und daher wird im Koran auch immer ein Unterschied zwischen den Dreig\u00f6tterverehren und den Philosophen gemacht, die nach dem Evangelium (Einzahl) leben. Allah war hingegen ein konsequenter Monotheos und vielleicht die geschickteste Konstruktion von allen, denn der Islam enth\u00e4lt sich konsequent jedweder Beschreibung und Zuweisung von Eigenschaften an Allah. Er hat alle und keine und thront in unnahbarer Herrlichkeit \u00fcber den Sph\u00e4ren. Er wei\u00df alles, sieht alles und handelt keineswegs, sondern vermerkt alles in seinem Buch, das am Letzten Tag ge\u00f6ffnet und nach dem gerichtet werden wird.\u00a0 Das ist ein gro\u00dfer Fortschritt und eine gro\u00dfe Einsicht gegen\u00fcber den vorigen Konzepten, denn es war inzwischen klar geworden, dass Gott keineswegs in die Geschicke der Menschen eingreift. Also gestand man dem Menschen Handlungsfreiheit zu und vertagte alle Gerechtigkeit auf den Letzten Tag des Gerichtes. Der Islam ist der Meinung, dass jeder Mensch selbst wissen muss und selbst wissen kann, was gut und b\u00f6se ist und wenn er es nicht wei\u00df, schaue er im Koran und in den anderen B\u00fcchern nach, da wird er es finden. Die Vernunft spielt im Islam eine ganz entscheidende Rolle und Allah ist der Wissen Verwaltende, also und daher ist der Islam auch nicht wissenschaftsfeindlich. An den Hochschulen des Morgenlandes wurde geforscht und experimentiert dass sich die Balken bogen, w\u00e4hrend sich in Europa die Christen als fromme Affen von den B\u00e4umen herab lie\u00dfen. Nur seinem Gesandten stand Allah in allen Dingen zur Verf\u00fcgung wie ein gehorsamer Sklave. Nur ganz selten lesen wir im Koran, dass er sich dem Ansinnen seines Gesandten auch widersetzte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und all das geht nicht auf Echnaton zur\u00fcck, das wollen wir mal klargestellt haben. Aber was bedeutete Echnaton f\u00fcr \u00c4gypten? Er bedeutete f\u00fcr \u00c4gypten Unm\u00f6gliches. Den Amun konnte er noch mit dem Beifall Aller st\u00fcrzen, darauf hatte man eigentlich nur noch gewartet \u2013 aber alle G\u00f6tter aus \u00c4gypten vertreiben, das war ein Ansinnen, das an den Nerv der Kultur ging. Denn ein grundlegendes Merkmal der \u00e4gyptischen Kultur ist die Kontinuit\u00e4t, die \u00c4gypter sammeln alles und werfen nichts weg, ein Stein ihres Kulturgeb\u00e4udes steht immer auf dem andern. Wenn nun einer kommt und alles weg hackt, was da liegt, entwurzelt er jeden einzelnen \u00c4gypter, raubt ihm seine Identit\u00e4t. Man stelle sich das vor: jede Familie in \u00c4gypten hatte seit alten Tagen ihren Familiengott, der f\u00fcr sie die Verbindung mit der Ewigkeit herstellte und mit den verstorbenen Ahnen und an den sie sich wenden konnten, falls die Ahnen versagten. Nun sollte es verboten sein, seine Dienste in Anspruch zu nehmen, nur noch \u00fcber den K\u00f6nig war eine Verbindung zum einzigen Gott m\u00f6glich, ja, sollte man denn wegen jedem Schei\u00df zum K\u00f6nig rennen? Man kann die Verzweiflung der \u00c4gypter nur zu gut verstehen. Nat\u00fcrlich wurde das Verbot im Lande so gut wie nicht befolgt und damit war im Prinzip die Revolution des Echnaton bereits gescheitert. Zwar versuchten seine unmittelbaren Nachfolger Semenchkare und Eje noch verzweifelt, die Reform aufrecht zu erhalten, aber bereits Tut, der dritte in der Reihe, brachte die alten G\u00f6tter wieder zu Ehren und das wohl nicht nur zwangsweise und falls doch gezwungen, so war es die Gemeinschaft aller \u00c4gypter, die ihn dazu zwang. Unter Haremheb, der dem Tut folgte, war es schon, als habe es Echnaton niemals gegeben, das \u00e4gyptische Volk verga\u00df ihn wie einen b\u00f6sen Traum. Erst unsere Zeit als eine Zeit des Monotheismus hat ihm eine Bedeutung zugemessen, die ihm in der \u00e4gyptischen Geschichte \u00fcberhaupt nicht zukommt.<\/p>\n<div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 0;float:none;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=363\" send=\"false\" layout=\"like\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Echnaton oder vielmehr Amenhotep IV war ein Sohn Amenhoteps III und der Gro\u00dfen K\u00f6niglichen Gemahlin ( so ihr amtlicher Titel) Teje. Mit Rufnamen hie\u00df der vierte Amenhotep Wan \u2013 Re oder in der Aussprache der damaligen Zeit wohl Wanrija. 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