{"id":278,"date":"2012-07-14T10:55:59","date_gmt":"2012-07-14T09:55:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erkenntnis.org\/blog\/?p=278"},"modified":"2014-09-27T21:09:28","modified_gmt":"2014-09-27T20:09:28","slug":"bewusstsein-und-ekstase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=278","title":{"rendered":"Bewusstsein und Ekstase"},"content":{"rendered":"\n<!-- FB Like Button Starbit IT Solutions BEGIN -->\n<div class=\"fb-like\" data-href=\"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=278\" data-layout=\"standard\" data-action=\"like\" data-show-faces=\"false\" data-size=\"small\" data-width=\"450\" data-share=\"\" ><\/div>\n<!-- FB Like Button Starbit IT Solutions END -->\n<p>Die beiden Zust\u00e4nde haben nichts direkt miteinander zu tun? Sicher \u2013 Bewusstsein bedeutet Bei Sich Sein und Ekstase ist ungef\u00e4hr das genaue Gegenteil dessen, klar. Und w\u00e4hrend hier drei oder vier Menschlein danach streben, bei sich zu sein und zu bleiben, rennen Hunderttausende beinahe einer \u00fcber den andern kugelnd, in die Ekstase. Na so was aber auch&#8230; ja, so was. Ein gut Teil des indischen Tourismus lebt davon und lebt gut davon, dass gelangweilte und frustrierte Europ\u00e4er bei ihnen das Au\u00dferordentliche suchen \u2013 und m\u00f6glicherweise sogar finden. Thailand bietet nicht nur Sex an, sondern auch Meditationskurse, wochenweise, einer unsrer Mitarbeiter hat einen mitgemacht, er war nicht einmal schlecht, nein, aber musste es denn unbedingt Thailand sein? In Marokko, h\u00f6rte ich sagen, kann man bei Sufis Unterricht in Ekstase nehmen und wenn man sich geschickt genug anstellt, kann man sogar Allah begegnen \u2013 hoppla, das ist doch was, nicht wahr? Nat\u00fcrlich kostet das alles eine\u00a0 Kleinigkeit, aber die Leute wollen schlie\u00dflich auch leben. Es ist nicht die Vermarktung der Ekstase, die mir Bauchweh macht, es ist diese selbst.<\/p>\n<p>Bewusstsein, das wei\u00df ich gut genug, macht keinen Spa\u00df, denn bewusst ist man die meiste Zeit seines Lebens und dieses Leben hat nicht viel Wunderbares zu bieten. Die Liebe vielleicht oder die Geburt der Kinder, aber dann ist alles auch schon wieder vorbei, das Wunder der Geburt wird zur jahrelangen Sklaverei unter dem Willen der lieben Kleinen, die schreien und sp\u00e4ter um die Wette die Hand aufhalten, die Liebe altert und man braucht mit der Zeit neue Reize, die aber lassen sich, je l\u00e4nger desto schwerer finden, und reich \u2013 Geld macht zwar nachgewiesenerma\u00dfen sexy, aber wer ist schon wirklich reich? Dazu kommt noch der Stress beim Geldverdienen, der mehr von den Mitmenschen ausgeht als von der Arbeit selber, also nee, Spa\u00df macht das alles nicht und endlich kommt einer zu dem Schluss: das Leben ist nur noch im Suff zu ertragen. Punkt. Ab nach Indien, ab nach Marokko, ab auf die Insel, wenn nicht f\u00fcr immer, so doch f\u00fcr gemessene Zeit.<\/p>\n<p>Soweit die relativ ungef\u00e4hrliche Seite der Ekstase&#8230; aber weil Beisichsein so langweilig ist, kommen etliche Zeitgenossen auf die Idee, wenn schon kein anderes, dann wenigstens ein erweitertes Bewusstsein anzustreben und weil das von Natur aus nicht geht, nehmen sie diverse Hilfen in Anspruch. Nun nicht gerade Alkohol, weil der in dieser Beziehung auch wirklich gar nichts bringt, aber der ganze Zirkus der \u00fcbrigen Drogen, harten und weichen, steht beflissen zu Diensten. Und wutsch \u2013 geht nicht nur die Ekstase, sondern auch das Bewusstsein gar nicht mehr ohne&#8230; aber das ist ein anderes Kapitel.<\/p>\n<p>Erst einmal und ich bitte, dies so zu verstehen, als sei es in\u00a0 eherne Lettern gegossen oder mit dem Griffel Jahwes in Steintafeln geritzt: Der Mensch ist mit gen\u00fcgend Hirnkapazit\u00e4t ausgestattet um ein Bewusstsein f\u00fcr alles zu haben, was ihn angeht. Es ist nicht n\u00f6tig, dasselbe irgendwie k\u00fcnstlich zu erweitern. Der Vorwurf, er w\u00fcrde nur 10 Prozent seiner Kapazit\u00e4t nutzen, ist blanke Irref\u00fchrung: denn die restlichen Neunzig Prozent Hirnmasse sind nicht dazu da, Bewusstsein zu bilden, sondern sie stellen, neben verschiedenen Speicherarealen und Zentren zur Bereitstellung bestimmter F\u00e4higkeiten,\u00a0 Sicherungen dar, die dazu bestimmt sind, die aktiven Areale des Gehirns im Normalbetrieb zu sch\u00fctzen, im Krisenfall aber zu ersetzen. Wer schon einmal einen Schlaganfall oder eine Hirnverletzung \u00fcberstanden hat, wird es wissen. Mit diesen zehn Prozent Hirnmasse macht er also alles, reguliert seine Motorik, spricht, denkt, empfindet, t\u00fcftelt, gr\u00fcbelt und so weiter. Diese zehn Prozent sind seine hundert Prozent, wenn es darum geht, Mensch zu sein \u2013 und manchmal auch Unmensch und Ungeheuer. Es ist weder physiologisch noch erkenntnistheoretisch notwendig, diese Anlagen irgendwie auf andere Areale auszudehnen, die k\u00f6nnten im Normalfall gar nichts damit anfangen. Wie jeder Schlaganfallpatient wei\u00df, m\u00fcssen sie im Bedarfsfalle erst m\u00fchsam \u201eantrainiert\u201c werden, um ihre neuen Aufgaben \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen. Dar\u00fcber k\u00f6nnen Jahre vergehen&#8230;. Also Schluss mit den L\u00fcgen von der Bewusstseinserweiterung durch irgendwelche Substanzen. Allenfalls sorgen solche f\u00fcr mehr oder weniger Durcheinander im Spiel der Synapsen. Aber dies schafft eben keine systemische Erweiterung, denn\u00a0 was da geschieht beruht auf Trugwahrnehmungen. Bleiben wir lieber brav bei unseren zehn Prozent aktiver Hirnmasse.<\/p>\n<p>Der Mensch hat den Computer nach seinem Bilde geschaffen und er musste viel \u00fcber die Vorg\u00e4nge und Hierarchien im eigenen Kopf erfahren, ehe er sich an diese Arbeit machen konnte. Er hat sozusagen sein eigenes Gehirn digitalisiert und dabei einige grundlegende Entdeckungen gemacht. Das Gehirn, hat er heraus bekommen, ist das Aktionszentrum des gesamten K\u00f6rpers. Also hat er ein Gehirn in seinen Pc hinein gebaut: den Prozessor. Die gesamte Rechen- und Koordinationsarbeit l\u00e4uft in diesem ab und zwar nach einem ganz einfachen System: Strom flie\u00dft oder Strom flie\u00dft nicht, eins oder null, das nennt man bin\u00e4r und es funktioniert vortrefflich, mehr braucht man gar nicht. Dann leistet man sich noch Festplatten, die in ihrer Funktion unserer Gro\u00dfhirnrinde \u00e4hneln: sie sind Speichermedien, sie nehmen neue Informationen und Anweisungen auf und \u00fcberschreiben sich wiederholende Aktionen miteinander, f\u00fcgen auch \u00c4nderungen im Detail gleich mit ein. Und dann gibt es noch die diversen Leitungen, die das Ganze zusammenhalten: Adern, Nervenbahnen, Lymphe&#8230; und so weiter und so fort. Mit manchen, den Nervenbahnen, hat das Gehirn unmittelbar zu tun (Hauptkabelband Wirbels\u00e4ule und Platinen Grafikkarte und Sound), mit andern nur mittelbar. Bewegt wird das Ganze durch elektrischen Strom und das Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnis\u00a0 des Prozessors zum PC ist ungef\u00e4hr vergleichbar dem zwischen unseren aktiven Hirnarealen und dem Gehirn als solchem samt Anhang. Aber ohne jemanden, der den PC an- und ausschalten und seine M\u00f6glichkeiten nutzen kann, ist das alles nur ein Haufen Blech und Draht. Programme m\u00fcssen geschrieben werden in einer Sprache, die mit den M\u00f6glichkeiten des PC kooperiert, der Kerl versteht nun einmal kein Altgriechisch und auch kein Chinesisch, er versteht nur: eins oder null, und er versteht allenfalls noch wie viel Mal und an welcher Stelle und ob er subtrahieren oder addieren oder multiplizieren oder dividieren soll \u2013 Division durch Null ist verboten, da bleibt er dann stehen. Er braucht den Programmierer; er braucht uns. Und wir? Sollten wir nicht vielleicht da dies Ger\u00e4t nun einmal nach unserem Bild erschaffen wurde, auch einen solchen Programmierer brauchen, der \u00fcber alles, was da geschieht, die \u00dcbersicht hat und manchmal eben auch verliert? Einen, der wei\u00df, was er mit dem allen will und was nicht? Denn der Haufen Blech da wei\u00df das nicht und die Stromst\u00f6\u00dfe wissen es auch nicht. Die tun einfach, was ihnen gesagt wird und Manches k\u00f6nnen sie schon von allein, weil sie es so oft getan haben, man nennt das Routinen und Subroutinen. Die kann man in den Prozessor \u00fcbrigens einprogrammieren, damit sich der Programmierer nicht immer wieder mit denselben Albernheiten abarbeiten muss, ehe er zur Sache kommen kann. Das bedeutet auf der andern Seite: der Programmierer muss sehr sorgf\u00e4ltig arbeiten und seine eigene Arbeit stets und st\u00e4ndig reflektieren und das in jedem Schritt und Zwischenschritt. Bis er solch ein funktionierendes System von Routinen zusammen hat, kann also viel M\u00fche und viel Selbstbetrachtung vergangen sein, in der er eines bestimmt gemerkt hat: so schnell der Prozessor auch ist \u2013 er ist schneller und daher muss er jetzt mal langsamer werden und seine eigene Arbeit erforschen. Dabei lernt er auch viel \u00fcber sich selbst, das kann man zu Recht annehmen. Dass er damit aber etwas Elementares und Grunds\u00e4tzliches tut, ist ihm nicht bewusst und er w\u00fcrde lachend\u00a0 protestieren, wenn man ihm sagen w\u00fcrde, dass er jetzt gerade das tut, warum andere sich in Ekstase begeben \u2013 denn er ist dabei nat\u00fcrlich hellwach und ganz bei sich. Anders ist das gar nicht zu bewerkstelligen. Denn um zu wissen, wie der Computer \u201edenken\u201c soll, muss er erst mal sein eigenes Denken kennen, von dem das des Computers ja abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Was wir jetzt an einem einfachen Beispiel abgehandelt haben, ist in Kurzem die Funktionsweise des Bewusstseins und zugleich auch die Art und Weise, wie diese Funktionsweise mit der des Gehirns korreliert. Macht das Bewusstsein einen Fehler \u2013 und es ist nicht fehlerlos \u2013 macht das Gehirn auch einen, was nicht immer hei\u00dfen muss, dass nichts mehr funktioniert, nur \u2013 es geht irgendwie verkehrt und verquer. Wir kennen dies Ph\u00e4nomen alle und pflegen dann zu sagen: ach, der Computer ist auch nur ein Mensch.<\/p>\n<p>Wo dieses Bewusstsein \u201esitzt\u201c dar\u00fcber ist die Wissenschaft vom menschlichen Gehirn sich durchaus nicht einig. Einige meinen, es s\u00e4\u00dfe in irgendeinem Hirnareal, andere meinen, Bewusstsein sei die Quintessenz der Zusammenarbeit aller Areale, was gar nicht so verkehrt beobachtet ist und wieder andere meinen, dass diese Zusammenarbeit nie und nimmer vom Gehirn selbst initiiert sein kann, was auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist, denn die Hirnmasse an sich ist nur eine organische Substanz, die von sich selbst nichts, aber auch gar nichts wei\u00df, die vielmehr nur dazu dient, Nervengewebe funktionsf\u00e4hig zu halten. Diese Nervenbahnen haben aber auch keine \u201ePhilosophie\u201c, sondern sind blo\u00dfe Leitungen f\u00fcr eine Energie, die gleichfalls \u00fcber sich selbst nicht reflektiert. Aber jeder Mensch, ja sogar einige Tiere haben ein Bewusstsein, k\u00f6nnen Verhaltensweisen lernen, k\u00f6nnen Verhaltensweisen planen und auch verwerfen, k\u00f6nnen Gegenst\u00e4nde und sich, wie einige Affen<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>, sogar selbst im Spiegel erkennen, k\u00f6nnen sagen: das bin ich. Damit ist allerdings das Reservoir ihrer Bewusstseinsleistungen dann auch ersch\u00f6pft, einen Liebesbrief werden sie niemals schreiben oder es sind dann eben keine Affen mehr. Das Bewusstsein fiel also nicht vom Himmel und dem Menschen in den Scho\u00df, sondern es ist im Leben selbst bereits angelegt, nur: seine volle Kraft entfaltet es nur im Menschen und das ist r\u00e4tselhaft, denn immerhin besitzt ein Schimpanse 99 Prozent genetischer \u00dcbereinstimmung mit dem Menschen und doch \u2013 Neurologie wird er nie studieren. Ein einziges Gen sollte so viel Unterschied machen? Oder ist es vielleicht nicht nur das Gen? Oder ist das Gen aus gutem Grund verschieden? Sind hier Voraussetzungen geschaffen, die eben beim Affen nicht geschaffen wurden und warum sind sie das nicht? Beschr\u00e4nkt sich diese Anlage auf den Menschen oder ist etwas Vergleichbares auch f\u00fcr andere Orte des Universums denkbar?<\/p>\n<p>Nehmen wir mal das Letzte zuerst: Ja, es ist denkbar. Denn was im terrestrischen Raum funktioniert, kann aufgrund der Einheitlichkeit der im Universum wirkenden Kr\u00e4fte \u00fcberall funktionieren wo gleiche Bedingungen gegeben sind. Gleiche \u2013 nicht \u00e4hnliche, denken wir an den Schimpansen, nur ein Gen und es funktioniert schon nicht mehr. Warum sollte ein einziges Gen aber solch einen Unterschied machen? Deshalb, weil Evolution als universales Prinzip nie beim Erreichten Halt macht, das ist das Eine und weil sie dieses Erreichte nur in minimalen Schritten ver\u00e4ndert. Also ein Gen ist ausreichend f\u00fcr eine so tiefgreifende Ver\u00e4nderung, wie sie mit der Abl\u00f6sung des Hominiden aus der Gattung der Primaten erfolgte. Alles weitere im menschlichen Bauplan muss sich dann nach den Ma\u00dfgaben dieses Gens richten. Vielleicht kommt einmal ein Gen hinzu, das wiederum eine neue Lebensform aus dem entstehen l\u00e4sst, was wir heute sind \u2013 oder auch nicht, wer wei\u00df. Nach dem zu urteilen, wie wir uns verhalten, scheint es, als habe die Genetik hier eine Endstufe erreicht, an der ihre biologisch \u2013 materielle in eine geistig \u2013 kulturelle Evolutionsetappe umschl\u00e4gt. Denn alles was nach dem Menschen geschehen ist, ist in Bezug auf jedes weitere Ph\u00e4nomen auf geistig \u2013 kulturellem Gebiet geschehen. K\u00f6rperlich hat der Mensch sich seit Hunderttausenden von Jahren nicht weiter entwickelt. Wir laufen noch auf denselben Beinen, schauen mit denselben Augen und greifen mit denselben H\u00e4nden, wie es der Homo Sapiens vor dreihunderttausend Jahren tat, als er sich aus dem gleichen Zweig herausmendelte aus dem auch der Neanderthaler entstand, nur als dessen Alternative. Auch der Neanderthaler konnte denken&#8230; er dachte nur auf eine andere Weise und in anderen Bez\u00fcgen. Und vielleicht gibt es auch f\u00fcr unsere Art schon eine Alternative, die uns \u00fcberrunden wird, wer wei\u00df. Vielleicht schaffen wir dieselbe gar selbst \u2013 die Konstruktion von Androiden ist eines der spannendsten Gebiete zeitgen\u00f6ssischer Forschung und Technik. Aber \u2013 werden diese Androiden ein Bewusstsein haben? Was ist n\u00f6tig, um eines zu erlangen?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal: nicht eine Anlage oder F\u00e4higkeit entsteht ohne dass eine objektive Notwendigkeit f\u00fcr ihr Entstehen vorl\u00e4ge. Wenn also ein Bewusstsein entsteht, dann gibt es etwas, das ein solches Ph\u00e4nomen unabdingbar macht und sei es nur f\u00fcr die aktuelle Situation. Wo es sich nicht entwickelt, stirbt die Gattung aus. Was also mag die Notwendigkeit gewesen sein, dass eine Lebensform die F\u00e4higkeit zur Selbstreflexion und zum kontrollierten Verhalten im jeweiligen Umfeld bekommt, wobei das Umfeld selber variieren kann? Was war die Notwendigkeit, dass diese Lebensform die Konsequenzen einer Handlung im Voraus absch\u00e4tzen und sich entsprechend entscheiden kann \u2013 daf\u00fcr oder dagegen? Von ihrem nat\u00fcrlichen Umfeld her gab es keine \u2013 der Mensch h\u00e4tte wie er es ja auch getan hat, \u00fcber Jahrhunderttausende so weiter existieren k\u00f6nnen wie er als Hominide entwickelt war und er h\u00e4tte ohne weiteres in den gro\u00dfen Katastrophen, die seinen Entwicklungsweg begleiteten, aussterben k\u00f6nnen ohne dass dieser Erde irgendetwas abhanden gekommen w\u00e4re. Warum wurde er davor bewahrt, wenn auch mindestens einmal nur mit knapper Not? Warum setzte sich ausgerechnet die menschliche Spezies durch, die wir heute den homo sapiens sapiens nennen und nicht der homo neanderthalensis? Die Wissenschaft vom Menschen gibt auf alles das zwar Antworten, aber k\u00f6nnen wir uns auf diese Antworten wirklich verlassen? Sicher hing das \u00dcberleben der Menschheit auch von der Eigenschaft ab, Informationen vermitteln zu k\u00f6nnen und soziale Zusammenhalte zu entwickeln, aber woher wusste der Mensch, dass er diese Informationen vermitteln, diese Zusammenhalte festigen musste? Wie konnte er \u00fcber Wert oder Unwert von Informationen Bescheid wissen? Indem er bereits damals nicht nur ein Bewusstsein f\u00fcr die eigene Existenz hatte, sondern durchaus auch etwas, das man Verantwortlichkeit nennen k\u00f6nnte. Er besa\u00df bereits ein Seelenleben, das er auch artikulieren konnte \u2013 und so entstand die Kunst als eine seiner vielen M\u00f6glichkeiten, sich das Umfeld nach den eigenen W\u00fcnschen zurecht zu stellen. Ihn interessierte \u2013 und interessiert\u00a0 &#8211; eigentlich alles, auch das, was nicht unmittelbar mit ihm zu tun hat \u2013 das ist seltsam, wenn man im Vergleich betrachtet, dass das Tier alles was nicht unbedingt mit ihm zu tun hat, links liegen l\u00e4sst und die satte L\u00f6win sogar der ersch\u00f6pften Antilope ungeschoren vorbeizuziehen gestattet. Der Mensch aber schaut sich die Antilope, die er gar nicht fressen will, dennoch interessiert an, studiert ihre Form, ihren K\u00f6rperbau und kommt zu dem Schluss, dass sie nicht nur soundso viel Fleisch ist, sondern gleich ihm ein Lebewesen. Das Tier unterscheidet nur nach Zeiten in denen es jagen und sich vermehren kann und solchen, wo das nicht geht \u2013 der Mensch aber sieht die Sterne und sieht Sonne und Mond wie sie ihre Bahnen \u00fcber den Himmel ziehen und \u2013 er zieht f\u00fcr sich seine Schl\u00fcsse daraus. Und so geht es weiter und am Ende ist er mit seiner Umgebung immer schneller \u201edurch\u201c. Er gibt sich nicht damit zufrieden, dass er schlecht sieht und auch schlecht h\u00f6rt, sondern er erfindet sich Instrumente, die das mehr als ausgleichen \u2013 er kann nicht fliegen, daf\u00fcr fliegt er dann gleich in den Weltraum und er kann gro\u00dfe Wassertiefen nicht ertragen, daf\u00fcr taucht er dann gleich bis zum Grund der Tiefsee. Er gibt nie auf und er gibt sich nie zufrieden mit dem, was er hat und kann, er will immer mehr und mehr und Widerstand macht ihn w\u00fctend und erfinderisch zugleich. Damit er aber sich nicht mit sich selber verheddert, gibt er sich Regeln \u2013 die er mit wahrhaft virtuoser Geschicklichkeit stets wieder bricht. Denn das ist Bewusstsein \u2013 dass man sich selbst handhabt und kennt und dass man sein Umfeld nicht nur irgendwie hinnimmt, sondern ordnet und ihm Bedeutungen zumisst, mit deren Hilfe es handhabbar wird. Dieses Bewusstsein steht niemals still. Es steht nicht einmal still, wenn der Mensch schl\u00e4ft. Allerdings stellt es dann andere Zusammenh\u00e4nge her und geb\u00e4rdet sich als w\u00e4ren Zeit und Raum nicht in der Welt. All das schafft er mit den zehn Prozent Gehirnmasse spielend, also was will er da noch erweitern?<\/p>\n<p>Ein Wort noch zu der These von universalen Bewusstsein, das die Esoteriker mit Eifer predigen. Ein solches gibt es nicht, ebenso wenig wie es einen allm\u00e4chtigen und allwaltenden Gott gibt. Bewusstsein, sei es beschaffen wie es immer sein kann, ist eine sehr pers\u00f6nliche und konkrete Angelegenheit, kein kosmisches oder wie immer An Sich. Der Kosmos, auch der esoterische, hat kein Bewusstsein und ist auch an dessen Entstehung ganz und gar unbeteiligt. Nur das Wesen und in Stellvertretung dessen der Mensch kann Bewusstsein entwickeln.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zur Spezifik der Ekstase, wobei ich wei\u00df, dass ich mit dem Komplex Bewusstsein noch lange nicht zu Ende gekommen bin, aber ich m\u00f6chte hier nicht in Disteln greifen und Diskussionen entfachen, ich m\u00f6chte die Sache nur etwas eingehender charakterisieren. Also Ekstase: das Lieblingskind aller Frommen, aller Mystiker (die ja nicht immer fromm sein m\u00fcssen, denkt mal an den gro\u00dfen Nasr ed din), aller Liebenden \u2013 Ekstase hat etwas mit Gef\u00fchlen zu tun, die au\u00dfer Rand und Band geraten. Man sieht und h\u00f6rt nicht mehr, was um einen herum vorgeht, der Mensch ist nur noch fixier auf das Eine, von ihm Ersehnte, das ihn gefangen h\u00e4lt. Das k\u00f6nnen die Liebesk\u00fcnste des Partners sein, das kann aber auch, wie verb\u00fcrgt, das Jesuskind sein. Die heilige Theresa sah in der Ekstase wie Jesus ihr Herz mit einem Pfeil, wir nehmen einmal an, es sollte der Pfeil der Liebe sein und Jesus eine Art Erote, durchbohrte. Die b\u00f6se Zunge, die dabei an eine z\u00f6libat\u00e4re Nonne und das Geheimnis des Orgasmus denkt, denkt vielleicht gar nicht so sehr an der Sache vorbei. Nicht ganz ohne Grund hat Hugo das (Frauen)kloster mit einem Harem und Jesus mit einem Sultan<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> verglichen. Andere Ekstatiker und Ekstatikerinnen sahen die Passion Jesu, erlebten sie sozusagen als Teilnehmer mit (und brauchten dazu keinen Mel Gibson) \u2013 ein unerh\u00f6rtes Ereignis, wenn man bedenkt, dass diese Passion niemals stattgefunden hat. Dabei waren diese Personen ihrer selbst nicht unbewusst, sie erlebten, was sie erlebten,\u00a0 sagen sie, wachen Geistes, sie wussten, was sich da vor ihren Augen ereignete, sie f\u00fchlten, rochen und schmeckten es, sie h\u00f6rten, sahen, sprachen sogar und erhielten Antwort, ihr Intellekt war nicht ausgeschaltet.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen also davon ausgehen, dass die Ekstase, anders als die Trance, kein Zustand der Bewusstlosigkeit ist. Wenn der Derwisch in seinem Tanz Allah begegnet, wei\u00df er um diese Begegnung\u00a0 &#8211; nur wei\u00df er nicht, dass sein Allah nicht existiert. Man kann also in etwa sagen, dass die Ekstase die Innenwelt eines Menschen sozusagen nach au\u00dfen kehrt und ihm seine emotionalen Sehnsuchtsziele als bildliche Szenen vor Augen f\u00fchrt, aber nicht als Halluzinationen eines Geisteskranken, sondern als angestrebte Produkte und vorab gestaltete Ph\u00e4nomene, denn wer nicht daran glaubt, dass sie existieren, dem kann auch nichts erscheinen. Der Betreffende WILL die Ekstase und er will sie so, wie sie geschieht. Dabei ist Inbrunst der Generalschl\u00fcssel und genau an diesem Punkt st\u00f6\u00dft Ekstase dann, obgleich sie wesenhaft nichts mit ihr zu tun hat, mit der Gnosis zusammen, n\u00e4mlich mit ihrem zweiten und eigentlichen Segment, dem Vordringen ins Reich des Geistes. Auch hier ist Inbrunst am Werk, aber es ist eine andere und daher gleichen die Bilder sich in keiner Weise und der Zustand dessen, der sie erlebt, ist auch nicht ekstatisch, also seiner konkreten Umwelt unbewusst und vor allem: er wird niemals Gott begegnen, gleich welchen man meint. Ansonsten gelten die gleichen Regeln: der dem das geschieht ist wach, ist unbeeinflusst von chemischen Substanzen, wei\u00df wer er ist und was er will (soweit er das wissen kann) und hat das Ereignis auch auf keine andere Weise erzwungen. Es ist einfach gekommen, weil die Inbrunst gro\u00df genug war, dass sich \u00fcber das Innere ein Weg in ein neues Au\u00dfen \u00f6ffnete, denn der Betreffende, wir nennen ihn hier mit Absicht nicht Gnostiker, denn das ist er noch lange nicht,\u00a0 sieht nicht, was er sehen will, sondern er sieht und erlebt, was da ist. Wenn es keine Passion gab, wird er auch keine erleben und so fort. Sondern er sieht die Welt \u2013 die ganze soweit er sie begreifen kann, denn was ihm unbegreiflich ist, kann sich in seinem Bewusstsein auch nicht spiegeln. F\u00fcr jemanden, der Gnostiker werden m\u00f6chte, ist solch ein Erlebnis ein auf jeden Fall weiterf\u00fchrender Schritt, denn er wei\u00df nun; die haben nicht gelogen, die ihm von einer anderen Wirklichkeit sprachen. Es gibt sie und sie l\u00e4sst sich finden, wenn man sie nur finden will. Und \u2013 sie schaltet das Bewusstsein nicht aus, sie ist vielmehr ein unvergessliches Ereignis in demselben. Das Gef\u00fchl schl\u00e4gt nicht etwa \u00fcber die Str\u00e4nge, sondern wird eher beruhigt und gekl\u00e4rt indem der Mensch etwas dazu gelernt hat. Nat\u00fcrlich ist dies Empfinden sch\u00f6n, aber f\u00fcr manchen auch beunruhigend, sodass er es gern in das Reich der Einbildungen abschieben m\u00f6chte, aber: es ist keine und er wei\u00df es, auch wenn er es nicht wissen will.<\/p>\n<p>Diese \u201eEkstase\u201c scheint aber etwas von der frommen Grundverschiedenes zu sein, denn erstens verliert man das Gef\u00fchl f\u00fcr die konkrete Umgebung nicht, zweitens ist das Begreifen wie es scheint, wichtiger als das \u201eErhobensein\u201c durch etwas Au\u00dferordentliches, drittens fehlt der ganze Komplex des Sentimentalen, der f\u00fcr die fromme Ekstase so grundlegend ist. Es gibt kein seliges Dahintreiben \u00e4hnlich der Situation nach einem Orgasmus (mit dem die fromme Ekstase eine fatale \u00c4hnlichkeit hat). Im Gegenteil \u2013 wer dies erlebt hat, ist wach, sehr wach und aufmerksamer f\u00fcr sein Umfeld, als er es sich je vordem hat vorstellen k\u00f6nnen. Ihm hat sich etwas enth\u00fcllt, was anderen\u00a0 verborgen bleiben wird und er wei\u00df es \u2013 daher wird er auch bestrebt sein, seine \u201eekstatischen\u201c\u00a0 Erlebnisse nicht auf der Zunge vor sich her zu tragen und als Beweise seines Glaubens anzuf\u00fchren, wie das bei vielen Mystikern der Fall ist. Dieses innere Wissen, \u00fcber das er nun verf\u00fcgt, ist sein pers\u00f6nlicher Schatz, ist sein Verhaltenskompass, der ihm von nun an weiterhin die Richtung angibt.<\/p>\n<p>Diese Art der Ekstase l\u00e4sst sich durch kein chemisches Mittel herbeif\u00fchren, sei es nun nat\u00fcrlichen oder k\u00fcnstlichen Ursprungs. Sie l\u00e4sst sich auch nicht durch besondere \u00dcbungen herbeif\u00fchren, nicht durch asketische Haltungen erzwingen; sie kommt, wenn es an der Zeit ist, dass sie zu kommen hat und auch die Inbrunst, welche die T\u00fcren zu ihr sozusagen aufschlie\u00dft, kann nicht erzwungen werden; sie kommt, wenn es an der Zeit ist, dass sie k\u00e4me. Sie kommt unerbeten, wenn alles was erf\u00fcllt sein muss, seinen Dienst getan hat und diese Welt mitsamt ihren Religionen und Philosophien mit ihrem Text am Ende angekommen ist. H\u00e4lt man ihre Kraft gegen diese Ph\u00e4nomene so verblassen sie zu nichts, zu blo\u00dfen Schn\u00f6rkeln der Existenz. Diese Ekstase fegt das Bewusstsein nicht hinweg, sie unterst\u00fctzt und f\u00f6rdert es vielmehr, best\u00e4tigt es und legt die zehn Prozent, die wir von unserem Gehirn benutzen, zum ersten Mal wirklich frei und das tut sie unumkehrbar. Zwar ist es nicht so, dass uns von nun an alle Weltr\u00e4tsel klar w\u00e4ren \u2013 aber wir sind ber\u00fchrt worden von einem Zustand, der uns versichert, dass da mehr ist als das ohnm\u00e4chtige Kleben an einer Scholle die uns letztenendes nicht mehr zu bieten hat als den biologischen Untergang. Die Vernunft mag diese Erlebnisse sogar beiseiteschieben und sie m\u00f6gen im Einerlei des Alltags, in unseren \u201enormalen\u201c Denkgewohnheiten untergehen \u2013 aber sie wirken in tausend Kleinigkeiten fort und eines Tages, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, stehen wir da, wo wir stehen sollen. Diesen Augenblick nun w\u00fcnsche ich jedem, der sich auf Gnosis einl\u00e4sst \u2013 denn er \u00e4ndert, ohne jede Ekstase, alles, aber nichts zum Schlechteren. Aber wie gesagt: versucht niemals, ihn zu erzwingen, weder mit Tabletten, noch mit anderen Substanzen, nicht mit Hunger, nicht mit Durst, nicht mit Yoga und nicht mit Meditationen \u2013 das hilft alles nichts und f\u00fchrt nur auf Umwege, wenn nicht gar in Sackgassen<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>. Aber \u2013 kann man denn gar nichts tun? Doch, etwas kann jeder Mensch f\u00fcr sich tun \u2013 das Leben, das er hat, bewusst zu f\u00fchren, solange er bei Bewusstsein ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> konkret die Bonobos, die \u00fcbrigens auch Sprache lernen k\u00f6nnen, obgleich sie physiologisch nicht in der Lage sind zu sprechen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Victor Hugo, Les Miserables<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Das soll sagen, dass gegen Umwege unter Umst\u00e4nden nichts zu sagen ist, aber wozu soll der Mensch, der eine ohnehin nur geringe Aktionsspanne hat, sich noch mit Sackgassen plagen?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 0;float:none;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=278\" send=\"false\" layout=\"like\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beiden Zust\u00e4nde haben nichts direkt miteinander zu tun? Sicher \u2013 Bewusstsein bedeutet Bei Sich Sein und Ekstase ist ungef\u00e4hr das genaue Gegenteil dessen, klar. Und w\u00e4hrend hier drei oder vier Menschlein danach streben, bei sich zu sein und zu bleiben, rennen Hunderttausende beinahe einer \u00fcber den andern kugelnd, in die Ekstase. 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