{"id":272,"date":"2012-07-07T07:59:15","date_gmt":"2012-07-07T06:59:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erkenntnis.org\/blog\/?p=272"},"modified":"2014-09-27T21:09:28","modified_gmt":"2014-09-27T20:09:28","slug":"gott-und-mensch-in-der-gnosis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=272","title":{"rendered":"Gott und Mensch in der Gnosis"},"content":{"rendered":"\n<!-- FB Like Button Starbit IT Solutions BEGIN -->\n<div class=\"fb-like\" data-href=\"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=272\" data-layout=\"standard\" data-action=\"like\" data-show-faces=\"false\" data-size=\"small\" data-width=\"450\" data-share=\"\" ><\/div>\n<!-- FB Like Button Starbit IT Solutions END -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese \u00dcberschrift ist nicht ohne triftigen Grund einem wichtigen Werk der christlichen Gnosisforschung nachgestaltet. Denn das Problem Mensch versus Gott scheint f\u00fcr die religi\u00f6se Herangehensweise an die Gnosis ein schier unl\u00f6sbares Problem zu sein, auf welches sie mit immer mehr Ingrimm reagiert hat und bis zur Stunde noch reagiert.<\/p>\n<p>Ich nehme dieses Problem mit einem gewissen Am\u00fcsement zur Kenntnis und stelle fest, dass zwar der Vorwurf, die Gnosis w\u00fcrde den Menschen \u201evergotten\u201c wollen,\u00a0 zutreffend ist \u2013 sie tut es fortw\u00e4hrend und hat es immer getan \u2013 aber die Bezugsgr\u00f6\u00dfen stimmen nicht. Denn der religi\u00f6se Bereich impliziert hier jene Vorstellungen, die man in jedem seiner Systeme wiederfinden kann: die Gestalt des allwissenden, allsehenden, allm\u00e4chtigen und allweisen, \u00fcber alles und alle erhabenen Gottes \u2013 und genau dies ist in der Gnosis <strong>nicht<\/strong> gemeint, wenn sie denn schon in die N\u00e4he solcher Formulierungen ger\u00e4t. Formulierungen wie \u201eVater\u201c, \u201eAbgrund\u201c und so weiter sind in der Gnosis n\u00e4mlich nicht theistisch gemeint und schon gar nicht theologisch, \u00a0Gnosis ist ihrem Wesen nach zutiefst areligi\u00f6s. Sie sucht nicht Gott, sondern sie will Antwort geben auf die Frage, warum es menschliche Vernunft im Universum gibt und was menschliche Vernunft in Wahrheit ist, n\u00e4mlich gestaltende Kraft und ver\u00e4ndernder Wille. So besitzt die Vernunft eben jene Eigenschaft, die grundlegend f\u00fcr den menschlichen Begriff von G\u00f6ttlichkeit ist und aus der alles andere eher spielerisch hervorgeht. Eine besondere Beschaffenheit, die sich von der des Menschen grunds\u00e4tzlich unterscheiden w\u00fcrde, gibt es darin nicht. Jeder Mensch kann, solange er lebt, diese Kraft in sich erkennen, erwecken und wirksam machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Kraft durch den Umstand gebunden, dass sein grundlegendes Wesen dem Menschen im Allgemeinen nicht bekannt ist. Das ist auch gut so, denn, w\u00e4re sie ihm bekannt, w\u00fcrde er in der Umgebung, in der er sich befindet, gar nichts erkennen k\u00f6nnen. Nur indem er ihren Bedingungen angeglichen existiert, kann er sich in Beziehung zu den dortigen Ph\u00e4nomenen setzen. So wird mit der Geburt des Menschen ein Schnitt gemacht, der alles, was ihn bis dahin umgeben hat, eliminiert; nur das, was er in sich tr\u00e4gt, kann nicht eliminiert werden, findet aber auch keinen nat\u00fcrlichen Anhaltspunkt, sich zu entfalten: es ruht in ihm und wartet auf seine Stunde, falls die denn kommt. Physiologisch ist diesem Sachverhalt ein Ressort zugeordnet, das der Mensch im Schl\u00e4fenlappen\u00a0 mit sich tr\u00e4gt und das, angesprochen, mit Lichterscheinungen reagiert, die nachgewiesen werden k\u00f6nnen und nachgewiesen worden sind. Wird diese Region auf materiellem Weg gereizt,\u00a0 kommt es zwar zu einer entsprechenden Reaktion, jedoch ergeben sich daraus keine weitergehenden Schl\u00fcsse. Wird sie jedoch auf dem Weg emotionaler Inbrunst angesprochen, ergibt sich daraus die teilweise Aufhebung der bei der Geburt verh\u00e4ngten Absperrung und der Mensch erh\u00e4lt zumindest die M\u00f6glichkeit, sich seiner wahren Bestimmung zu n\u00e4hern \u2013 allerdings ist, was er da erlebt, noch nicht vergleichbar mit dieser. Sie ist aber leider auch, historisch betrachtet, \u00a0daf\u00fcr verantwortlich, dass es auch in unserer Zeit Religion gibt, denn der Mensch erlebt dies nicht als einen in ihm selbst befindlichen Vorgang, er erlebt es als etwas, das von au\u00dfen an ihn heran tritt. So kommt es zu dem, was der Mensch \u201eGotteserfahrung\u201c nennt und so kommt es dazu, dass er sich diese \u201eG\u00f6tter\u201c als Lichtgestalten denkt&#8230; er kann dies und seine irdisch begrenzte Existenz im Allgemeinen nicht miteinander zusammen bringen.<\/p>\n<p>Was diese Unf\u00e4higkeit bewirkt, k\u00f6nnen wir alle an der derzeitigen Weltlage studieren, in der Menschen zwar intuitiv mit der Kraft von G\u00f6ttern wirken, aber dessen ganz und gar unbewusst sind und dabei vermutlich mehr \u201ePorzellan\u201c zerschlagen als sie jemals wieder werden ersetzen k\u00f6nnen. Denn Wunder lassen sich auf diesem Planeten nun einmal selbst f\u00fcr G\u00f6tter nicht tun. Materie ist von ihrem Wesen her eine recht starre Angelegenheit, ihre vornehmste Eigenschaft ist nicht Kreativit\u00e4t, sondern Funktionalit\u00e4t und was kaputt ist, das ist kaputt. Lediglich in dem, was in Bewegung ist, hat der Mensch einen gewissen Handlungsspielraum in Bezug auf die Richtung, die eine solche Bewegung nimmt und wir sehen, in welcher Weise er denselben nutzt: zuallererst dazu, immer effizientere Waffen gegen sich selbst zu erfinden, weil er die eigene Sterblichkeit und sein tiefinneres Empfinden der Unsterblichkeit ebenfalls nicht zusammen bringen kann. Es kann doch nicht sein&#8230; doch, es kann sein. Der get\u00f6tete Mensch steht nicht wieder auf und geht seiner Wege wie es das \u201ekosmische\u201c Wesen ohne weiteres tut. Der Mensch handelt inspiriert von seiner G\u00f6ttlichkeit, aber er ist sich derer nicht im Mindesten bewusst und so wei\u00df er eigentlich gar nicht, was er tut, er interpretiert es sich nur. Was notwendig w\u00e4re,. damit Aktion und Reflexion harmonieren: der Mensch m\u00fcsste zum Bewusstsein der eigenen Beschaffenheit kommen.<\/p>\n<p>Diese Arbeit nun leistet aber genau die Gnosis, sie bringt zusammen,\u00a0 was zusammen geh\u00f6rt und einer dieser Nebeneffekte ist, dass sie den Menschen dadurch auch auf eine ethisch h\u00f6here Stufe bef\u00f6rdert, als er sie bis dahin inne hatte. Aber das ist, wie gesagt, vor dem eigentlichen Anliegen der Gnosis, n\u00e4mlich das missing link zu sein, das die Aspekte vern\u00fcnftigen Lebens zueinander finden l\u00e4sst, lediglich ein sich mit ergebender Effekt, es ist nicht der Zweck derselben. Gnosis ist keine moralische Institution, sondern eine existenzielle M\u00f6glichkeit, welche dann in Erscheinung tritt, wenn der Mensch die ihm vom Irdischen her gegebenen M\u00f6glichkeiten ausgeschritten hat, wenn er sozusagen als Mensch \u201eaustherapiert\u201c ist. Alles, was bis zu diesem Moment, bedingt durch Zwangshandlungen wie Trance, Rauschmittelgebrauch, extreme Askese und erzwungene Meditation in Erscheinung tritt, sind Bruchst\u00fccke, deren Sinn immer und jederzeit missverstanden wird. Zwar wird das Interesse des Menschen an der \u201eTranszendenz\u201c dadurch angeregt und wachgehalten, aber eben dieses Interesse wird auch auf fatale Weise fehlgeleitet. Es wird n\u00e4mlich auf ein \u201eG\u00f6ttliches\u201c hingeleitet, das dem Menschlichen scheinbar unerreichbar gegen\u00fcber steht. Er selbst bleibt als unvollkommener Rest eines vollkommenen Daseins frustriert zur\u00fcck&#8230; und verkennt so die Grundlagen seiner eigenen Existenz, weil er die grundlegenden Priorit\u00e4ten derselben nicht zu gewichten vermag. Mit diesem Irrtum r\u00e4umt Gnosis auf&#8230; aber sie kann nicht wirksam werden, ehe nicht dies Stadium erreicht und ausgeschritten ist. Daher wird kein Mensch von der Religion zur Gnosis kommen, aber nur der ist ganz und gar von ihrem Wirkungsfeld \u00a0abgeschnitten, der keines der Erlebnisse, welche Religion begr\u00fcnden, jemals kennen gelernt hat.<\/p>\n<p>Weil die Gnosis von den Theologen in den Ruf gebracht worden ist, eine weitere Str\u00f6mung von Gottsucherei zu sein, nehmen viele Menschen an, dass sie eine Erweiterung dessen w\u00e4re, was sie bereits in der Religion erfahren haben. Das ist ein fataler Irrtum, denn nicht mehr \u00fcber \u201eGott\u201c ist zu erfahren, sondern die Kluft zwischen Gott und Mensch ist zu schlie\u00dfen indem der Mensch das von seinem Gott Geglaubte als existent in sich selbst \u00a0erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Aber was erf\u00e4hrt er da? Ich will es anhand eines niederdeutschen M\u00e4rchens erkl\u00e4ren, das allbekannt ist, da es sich in der Grimm\u2019schen Sammlung findet: Das M\u00e4rchen vom Fischer und syner Fru. Wie bekannt, ist die Frau des Fischers mit ihrer Existenz h\u00f6chst unzufrieden und der Fischer leidet unter ihren Launen. Eines Tages f\u00e4ngt er einen gro\u00dfen Butt (den gro\u00dfen Fisch des Thomasevangeliums), der ihn bittet, ihn leben zu lassen, er k\u00f6nne alle W\u00fcnsche erf\u00fcllen. Schweren Herzens stimmt der Fischer dem zu, aber er will die Probe aufs Exempel und in der Tat, als er heimkommt, steht da anstelle der armseligen Kate ein stattliches Haus&#8230; und so geht es weiter bis dahin, dass die Frau Papst werden will. Auch diesen Wunsch erf\u00fcllt der Butt ohne mit der Wimper zu zucken. Aber dann schnappt sie scheinbar \u00fcber: sie will der liebe Gott werden und der Fischer wagt es kaum, dem Butt diesen Wunsch zu \u00fcbermitteln, aber der bleibt unger\u00fchrt und sagt Erf\u00fcllung auch hierin zu. Als der Fischer heimkehrt findet er also seine Frau wieder in ihrer alten Kate und der naive Mensch meint nun, der Butt habe sie f\u00fcr ihren Hochmut gestraft. Aber dieses M\u00e4rchen hat es in sich&#8230; es ist das einzige gnostische Vokabelm\u00e4rchen, das sich in der ganzen Sammlung findet und der Umstand, dass es niederdeutscher Herkunft ist, belegt den oft bestrittenen Befund, dass gnostische Traditionen durch das gesamte Mittelalter und in ganz Europa pr\u00e4sent gewesen sind, also keineswegs nur im s\u00fcdlichen Frankreich und in Norditalien und zwar in h\u00f6chst \u201esauberer\u201c Form<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>. Der Butt ist der bevollm\u00e4chtigte Vermittler der Gnosis, eben der \u201egro\u00dfe Fisch\u201c des Thomasevangeliums. Der Fischer ist der Bote, die Frau der Empf\u00e4nger der Gnosis, welcher die Unzufriedenheit im Herzen stillen m\u00f6chte , aber nicht ruhen kann, ehe sie ihr Ziel \u201eder liebe Gott sein\u201c erreicht hat.<\/p>\n<p>Sie erreicht ihr Ziel, aber was erreicht sie? Dass sie wieder in ihrer H\u00fctte sitzt und alles scheint zu sein wie es vordem war, alle anderen Stufen, K\u00f6nig, Kaiser, Papst, waren nur Imaginationen. Und \u2013 eben diese scheinbare Zur\u00fcckstufung auf das Existenzielle ist damit gemeint, wenn die Gnosis davon spricht, dass man \u201ewie Gott\u201c oder auch, mit M\u00fcntzers Worten, \u201echristf\u00f6rmig\u201c geworden ist. Denn es ist nichts wie es vordem gewesen, auch wenn sich vorderhand anscheinend alles gleicht. Die Qualit\u00e4t des menschlichen Daseins ist als menschliches Dasein eine andere geworden, das Leben und zwar nicht nur das eigene, ist durchsichtig geworden, seine Bedingtheiten einsichtig, aber es ist kein anderes Leben als der Mensch es sich aufgebaut hat: die Frau sitzt in der Fischerh\u00fctte, weil sie die Frau des Fischers ist und ihr Lebtag niemals auch nur in die N\u00e4he eines K\u00f6nigsthrons gelangte\u00a0 &#8211; aber Gott zu sein steht ihr jederzeit frei, weil sie Mensch ist, dazu braucht sie weder Kaiser, noch Papst zu sein. Denn Gott zu sein bedeutet nicht, die Welt zu beherrschen, aber es bedeutet, zu wissen warum kein Mensch ein Weltherrscher sein kann. Dass er es immer wieder werden will, liegt an dem v\u00f6llig verqueren und verquasten Bild, das er von Herrschaft hat. Denn Herrschaft ist vor allem und grundlegend erst einmal Herrschaft \u00fcber sich selber und \u2013 wer von unseren Hochfinanziers, Waffengrossisten und B\u00f6rsenspekulanten, von den Politikern gar nicht erst zu reden h\u00e4tte jemals auch nur nach der Herrschaft \u00fcber sich selbst auch nur gestrebt, an ein Erreichen gar nicht erst zu denken.<\/p>\n<p>Ein solches Gottsein wie es die Gnosis meint, \u00a0unterscheidet sich denn doch signifikant, meine ich, von den Vorgaben, welche die Religionen machen. Es gibt dem Menschen nur das, was er l\u00e4ngst ist, es bringt sein Innerstes nach au\u00dfen, es ver\u00e4ndert seine sozialen Umst\u00e4nde nicht, aber es ver\u00e4ndert seine Sicht dieser Umst\u00e4nde. Man kann an ein solches Gottsein nicht glauben, kann es nicht verehren, nicht anbeten, aber man kann es handhaben, kann sich entsprechend verhalten. Man kann als solch ein Gott, die Welt nicht \u00e4ndern noch retten und keine Kuh wird deshalb dahin oder dorthin fliegen, sondern sie werden alle sch\u00f6n auf ihren Weiden bleiben, denn da geh\u00f6ren sie hin und nirgendwo anders. Aber der so zu Gott wurde, wei\u00df auch, dass dies alles unn\u00f6tig und nur einer naiven Vorstellung entsprungen ist wie sie die Religionen \u2013 und zwar alle \u2013 haben. Gleichwohl ist er kein Atheist &#8211; wie denn, soll er sich vielleicht selbst f\u00fcr nichtexistent erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>Ist es da ein Wunder, wenn auch der Mensch in der Gnosis einen ganz anderen Stellenwert hat als im Christentum oder auch im Manich\u00e4ismus mit seinen Dualismen und in allen anderen Religionen? Er ist ein \u201eGott in spe\u201c, was an und f\u00fcr sich schon unehrerbietiges Verhalten ihm gegen\u00fcber ausschlie\u00dft und so bekommt das alte Verbot der Gewaltanwendung einen von aller Dogmatik freien Sinn, denn wer will schon seinem Kameraden ein Leid antun? Im Gegenteil, sollte er von irgendwelchem Leiden betroffen sein, wird man alles daran setzen, ihm zu helfen und so hei\u00dft es denn auch: die unter ihnen krank sind, heilt und damit sind nicht nur k\u00f6rperliche Leiden gemeint. Die Loyalit\u00e4t des Gnostikers gilt allen Menschen unterschiedslos, allerdings ist er nicht gehalten, sich alles und jedes von jedem gefallen zu lassen, denn: einen r\u00e4chenden g\u00f6ttlichen Oberherrn, der f\u00fcr ihn eintreten k\u00f6nnte, \u00a0hat er nun einmal nicht. Entweder wehrt er sich selbst gegen \u00dcbergriffe indem er Vorkehrungen dagegen schafft, \u00a0oder es wird niemanden geben, der dies f\u00fcr ihn tut und das Unrecht bleibt unges\u00fchnt. Daher auch erkl\u00e4rt sich zum Beispiel M\u00fcntzers Engagement f\u00fcr die Unterdr\u00fcckten seiner Zeit, ihm blieb als der Gott, der er geworden war, gar keine andere Wahl als seinesgleichen in N\u00f6ten beizustehen und f\u00fchre dies auch in den eigenen Tod. Auf der anderen Seite entspricht dem dann aber die mangelnde Todesfurcht, denn der Tod ist f\u00fcr einen solchen Gott nicht das Ende, sondern die Heimkehr in sein Eigen. Sicher haben jene Katharer ganz menschlich den Schmerz des Feuers gef\u00fcrchtet, in das sie gingen \u2013 aber sie wussten einen Augenblick gegen die Ewigkeit zu gewichten und au\u00dferdem: ein Leben als Christen, als einem allm\u00e4chtigen Gott auf Gedeih und Verderb unterworfene S\u00fcnder, war ihnen nicht mehr m\u00f6glich. Wer diesen Schritt gewagt hat \u2013 und ohnedem bekamen sie den Rang eines Katharers gar nicht erst zugesprochen \u2013 der kann sich Dogmen und Riten nicht mehr unterordnen. Daher ist auch das ber\u00fchmte Melioramentum kein Beichtakt, sondern eher ein Beratungsgespr\u00e4ch zweier initiierter Katharer \u00fcber den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen in einer bestimmten Sache. Zu beichten hatten sie einander nichts und zu vergeben demnach auch nichts. F\u00fcr ihr\u00a0 Verh\u00e4ltnis zu den Credentes galten allerdings andere Parameter, die dem christlichen Brauch \u00e4hnlicher gewesen sein m\u00f6gen. Dies war auch der Grund, warum sie keinen Sex brauchten \u2013 sie hatten alles, was sich ein Mensch sonst durch sexuelle Bet\u00e4tigung erwerben muss, im \u00dcberfluss: die menschliche N\u00e4he. Dass sie es nicht getan haben sollten, weil sie die Sch\u00f6pfung des Demiurgen nicht verl\u00e4ngern wollten\u00a0 &#8211; f\u00fcr die mehr manich\u00e4isch ausgerichteten \u201eByzantiner\u201c mag das zutreffend gewesen sein, f\u00fcr sie, gestandene Gnostiker, konnte keine Rede davon sein, dass es einen Demiurgen auch nur geben sollte. Alles, was heute noch mit solchen Mythen spielt, ist von Gnosis weiter entfernt als Atheismus es von Religion ist. Ein Menschenbild, das darauf angewiesen ist, mit Mythen zu operieren, ist eines Gnostikers unw\u00fcrdig. Aber gerade der Erfindung von Mythen wurde die Gnosis doch (und wird sie) von Seiten der Religion angeklagt? Nun, ich kann nichts daf\u00fcr, wenn ABC \u2013 Sch\u00fctzen sich ein Urteil \u00fcber die Weltliteratur erlauben \u2013 das wird man allseits einsehen. Zur Bestimmung des Menschen vorzudringen ist der Religion nicht m\u00f6glich<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>, sie formt stattdessen ihre eigenen Zwecke und macht sich mit Hilfe eines Gottesbildes den Menschen dienstbar, statt ihn zu befreien, entfremdet ihn sich selber statt ihn zu sich hin zu leiten.<\/p>\n<p>Die Vorstellung der Gnosis von einem Gott deckt sich mit der Vorstellung der Gnosis vom Menschen und aus diesem Grunde geben die alten Dokumente auch dem mythischen Adam oft eine herausragende Rolle und wenn Jesus\u00a0 vom Menschensohn spricht, meint er genau diesen zur Erkenntnis der eigenen Beschaffenheit gelangten Menschen. Und wie ist der? Er ist weder allwissend, noch allm\u00e4chtig, er macht Fehler und begeht Irrt\u00fcmer, aber er wei\u00df, warum er sie begeht und dass zwischen Wahrheit und Irrtum eigentlich gar kein Unterschied besteht, denn das Eine f\u00fchrt in der Sache stets zum Anderen. Der Gott der Gnosis ist lernf\u00e4hige und lernende Unsterblichkeit. Denn sich selbst als Gott erkannt zu haben, ist nur der Anfang einer neuen Qualit\u00e4t des Unendlichen. Der sich selbst Bekannte wei\u00df, dass Vollkommenheit eine Chim\u00e4re ist, dass nichts, was vollkommen ist, bestehen kann und so auch der vollkommene Gott schon per se tot ist, denn es gibt f\u00fcr ihn keine Perspektive. Die Unterscheidung zwischen Gott und Mensch besteht lediglich in der Tatsache, dass der Mensch allein von sich aus zur Erkenntnis seiner eigenen G\u00f6ttlichkeit nicht kommen kann, da er sich als geschlossenes biologisches \u00a0System in einem geschlossenen System befindet, das Welt genannt wird. Um dessen Relativit\u00e4t zu erkennen bedarf er eines Ansto\u00dfes, den die Gnosis geben will \u2013 mehr will und kann sie nicht tun. Sie kann dem Menschen, der mit dem Status quo seines Lebens nicht mehr zufrieden ist, die Hilfsmittel zeigen, die ihn aus dem geschlossenen SystemWelt hinaus bringen k\u00f6nnen. Wer indes mit seinem Status quo zufrieden ist, den will sie nicht aufscheuchen und deshalb missioniert sie nicht, sondern macht lediglich freibleibende Angebote.<\/p>\n<p>Allerdings: an dem vorbei, was sie anzubieten hat, gibt es kein Weiterkommen und manche Eitelkeit muss sich dem erst in schweren inneren K\u00e4mpfen ergeben. Einzusehen, dass es etwas gibt, das er nicht in sich tr\u00e4gt, sondern das ihm gesagt werden muss, macht insbesondere dem Menschen unserer Kultur Beschwernis, der stolz auf seine Errungenschaften und seinen Status als geistig angeblich<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> autarkes Individuum ist. Nun soll er sich wieder einem Regime unterordnen? Wenn dem so ist und ihn dieser Widerwille beschleicht, kann das deshalb \u00a0sein, dass er mit seinen bisherigen Versuchen noch nicht zu einem wirklichen Ende gekommen ist. Er verspricht sich noch immer etwas von Anderen, sei es die Philosophie, sei es die Religion oder blo\u00dfe Spiritualit\u00e4t ohne personale Fixierung. Es kann auch sein, dass die Mittel, welche die Gnosis ihm an die Hand geben will, ihm zu \u201egew\u00f6hnlich\u201c erscheinen. Dabei spielt sicher im Hintergrund wieder die Annahme eine Rolle, dass \u201eGottsein\u201c etwas Au\u00dferordentliches sein m\u00fcsse, zu dem auch nur au\u00dferordentliche Mittel und Wege verhelfen k\u00f6nnten; \u00a0nichts ist t\u00f6richter, als eine solche Annahme. Denn wenn das Gottsein ein sozusagen nat\u00fcrlicher Urzustand des Menschseins ist, dann sind auch die Wege dahin keine extraordin\u00e4ren, sondern allgemein zug\u00e4ngliche: Gef\u00fchl, Traum,\u00a0 nachgehendes Denken, alles das sind Elemente, die im Grunde jedem vertraut sind und auch vertraut sein m\u00fcssen, denn Gnosis ist, allen gegenteiligen Vermutungen zum Trotz eben <strong>keine<\/strong> exklusive Angelegenheit, sondern schlussendlich das Ziel aller Menschlichkeit auf Erden und so muss auch alle Menschlichkeit auf Erden die M\u00f6glichkeit haben, zu derselben zu gelangen, weil es ihr gemeinsames Ziel ist und die Welt um ihretwillen besteht. Allerdings werden wir noch geraume Zeit darauf warten m\u00fcssen, dass dieses Ziel erreicht wird, denn: Erkenntnis ist kein leicht g\u00e4ngiges Ding, sondern sie will Schritt f\u00fcr Schritt erobert sein, der Mensch aber hat aus den verschiedensten Gr\u00fcnden eine \u201elange Leitung\u201c, die braucht er auch, aber sie strapaziert die Geduld derer, die meinen, es bereits geschafft zu haben, meist aber nur an ihre eigene G\u00f6ttlichkeit glauben, ohne dieselbe jemals auf die Probe zu stellen.<\/p>\n<p>Sie will aber auf die Probe gestellt werden. Der Mensch soll nicht daran glauben, dass er ein Gott ist, sondern er soll und muss es erfahren, er muss t\u00e4glich und st\u00fcndlich damit umgehen k\u00f6nnen und dazu muss er alle seine Kr\u00e4fte zulassen k\u00f6nnen und zugleich auch lernen, sie verantwortlich einzusetzen. Denn: Gott zu sein bedeutet ja nicht, unfehlbar zu sein. Es bedeutet nur, bewusst Einfluss auf Dinge nehmen zu k\u00f6nnen, so man will. Das k\u00f6nnen durchaus auch die \u201efalschen\u201c Dinge sein und wer das nicht glaubt, der betrachte den Zustand unserer Zivilisation. Dennoch ist auch diese notwendig um N\u00e4hrboden zu sein f\u00fcr sp\u00e4tere, achtsamere Hochkulturen, die noch auf den Menschen warten. Wir sollen nicht glauben, sondern wissen, sagt M\u00fcntzer, der letzte namhafte Gnostiker vor der Wiederentdeckung der Gnosis in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Aber wie sollen wir wissen, ohne zu\u00a0 erproben?<\/p>\n<p>Wie es geht, mit dem nur geglaubten Gottsein, sehen wir an der Esoterik. Diese Menschen wissen, dass es etwas anderes gibt, aber eben dadurch, dass sie an \u201eetwas anders\u201c glauben, gehen sie bereits in die Irre und doch gehen sie recht, denn der Irrweg durch \u201edas\u00a0 Andere\u201c wird sie wieder auf sich selbst zur\u00fcck f\u00fchren und Zeit \u2013 haben wir genug. Sie erproben es auch, aber sie finden sich nicht selbst als Ursache der Wirksamkeit, sondern schreiben sie dem und diesem zu. Erst wenn der erste Atheist sich als Wunderheiler erf\u00e4hrt, wird es Zweifel an solchen Zuschreibungen geben, denn: der hat nichts, dem er sie zuschreiben k\u00f6nnte. Ja, sicher, er wird tausend Zuf\u00e4lle bem\u00fchen, was aber, wenn unter ganz anderen Zuf\u00e4lligkeiten sich solche F\u00e4higkeiten als stabil erweisen? Dann bleibt nur er selbst als Verursacher derselben \u00fcbrig. Mit Sicherheit wird er sich schwertun, dies anzuerkennen, aber zuletzt wird ihm nichts anderes bleiben und so h\u00e4tte der Atheist unter diesen Umst\u00e4nden \u2013 aber nur unter diesen \u2013 einen stabileren Zugang zur Gnosis gefunden als ihn jeder Christ, ja jeder Religi\u00f6se, finden kann. Solche \u201eEsoteriker\u201c gibt es bereits, sie sind aber bis dato nur eine verschwindende Minderheit in einer Masse, die vor Ergriffenheit \u00fcber die \u201eWundertaten Gottes\u201c atemlos verharrt und \u2013 innerweltlich &#8211; nach Methoden sucht, sich diesem Gott zu n\u00e4hern. Die Methode der Gnosis wird dabei oft bewusst vermieden, denn man sp\u00fcrt instinktiv, dass diese nicht dahin f\u00fchrt, einen Gott vor sich zu erkennen, sondern dahin, die Dualit\u00e4t von Gott und Mensch aufzuheben, \u201edie Zwei zu einem zu machen\u201c wie es im Thomasevangelium, dem einzig allgemein verbindlichen Dokument der Gnosis, hei\u00dft.<\/p>\n<p>Die Heimat eines solchen Gottes ist das Unendliche. Damit ist eine weitere Schwierigkeit f\u00fcr den gegeben, der sich als einen solchen Gott nur glauben will, denn der Mensch, der er weiterhin ausschlie\u00dflich ist, kann, von Endlichkeit umgeben, keinen Begriff davon haben, was Unendlichkeit sei. Alles, was dar\u00fcber gesagt werden kann, wird ihm als blo\u00dfe Theorie, als blo\u00dfe Annahme erscheinen, also kann man es im Grunde auch sein lassen, ihm etwas dar\u00fcber zu sagen. Diese Heimat ging ihm aber nie verloren und so findet sich auch der Mensch, der sich als Gott gefunden hat, zu seinen irdischen Lebzeiten inmitten des Unendlichen. Sie ist nicht \u201ehier oder dort\u201c, sondern in Wahrheit \u201einnerhalb und au\u00dferhalb\u201c von ihm, sie ist nicht transzendent, nicht immanent, sondern schlicht und einfach existent. Unendlich hei\u00dft n\u00e4mlich, und das wird gern vergessen, nicht nur unendlich gro\u00df, sondern auch ebenso in der Gegenrichtung unendlich. Es ist nicht nur unendlich fern, sondern auch unendlich nah und alles das zugleich, denn Zeit und Raum sind f\u00fcr das Unendliche ohne Bedeutung wie Leben und Tod, es gibt nur unendliches Leben. Das macht, dass die Perspektive eines Menschen, der sich als Gott erkannt hat, von Optimismus nur so strotzen sollte, denn f\u00fcr ihn ist alles unendlich offen und gestaltbar. Dieser Optimismus begreift selbstverst\u00e4ndlich diese Welt mit ein, die wohl als solche verg\u00e4nglich, deren Essenz aber gleicherma\u00dfen unendlich ist und die in allen, die sie erlebt und mitgestaltet haben, fortdauert. Hat man die Gnosis pessimistisch genannt? Nun, dann hat man sie ein weiteres Mal nicht verstanden.<\/p>\n<p>Also: \u00a0wenn ein Gnostiker Gott sagt, meint er nicht die Gottesvorstellung der Religionen. Mit ihnen wird seine Lebenshaltung zu Unrecht vergesellschaftet. Das Menschenbild eines Gnostikers ist eben wegen seiner Lebenshaltung nicht pessimistisch, vielmehr ist es, auf seine Perspektive hin betrachtet, durch und durch optimistisch. Dies bedingt eine unbedingte Mitmenschlichkeit und beinhaltet gesellschaftliche Aktivit\u00e4t auf allen Ebenen, auf denen ihm das konkret m\u00f6glich ist. Missvergn\u00fcgen hat darin ebenso wenig Platz, wie \u00dcberheblichkeit, aber auch Demutshaltungen sind ihm nicht angemessen. Er wei\u00df, was er wei\u00df und er ist, was er ist \u2013 das beinhaltet auch, dass er sich dar\u00fcber im Klaren ist, dass er nicht jederzeit alles wissen und alles sein kann und seine eigene unendliche \u201eUnfertigkeit\u201c\u00a0 nicht als Makel sieht. Da der Irrtum Bestandteil des Lernens ist, kann er ihn durchaus ertragen. Der Gott, der er ist, ist auch frei von Eitelkeiten und Profilsucht \u2013 andererseits macht er aus seinem So \u2013 Sein auch kein Hehl und es schert ihn herzlich wenig, was die, welche sich nicht erkannt haben, davon halten. Wenn diejenigen klug sind, werden sie Fragen stellen, sind sie es nicht, werden sie ungehalten sein. Ihn aber ber\u00fchrt das nicht oder nur in Form des Mitgef\u00fchls f\u00fcr seine ach so stumpfsinnigen Mitmenschen, die es gleichwohl nicht gut vertragen, wenn man an ihren Stumpfsinn r\u00fchrt. Der Gott in ihm wei\u00df nur zu gut, wie schwer es Menschen fallen kann, \u00a0zu festen Positionen zu finden und wie ungern sie dieselben dann wieder aufgeben oder auch nur \u00fcberpr\u00fcfen wollen. Er ist ja alle diese Wege ebenfalls gegangen ehe er dahin kam, wo er sich jetzt befindet und wo derartige Positionen zu vernachl\u00e4ssigen sind, weil die Spiegelung des Lebens in ihnen eben nicht das Leben ist. Aber Verst\u00e4ndnis f\u00fcr etwas zu haben, bedeutet ja nicht, es billigend in Kauf zu nehmen&#8230;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> \u2026 wie alles, was von der Katastrophe von St. Felix de Caraman 1197 nicht erreicht wurde, sondern in der westlichen Tradition der Gnosis ungest\u00f6rt weiter arbeiten konnte, dazu z\u00e4hlen auch die gnostischen Zentren im Harzland (Halberstadt und Umgebung)\u00a0 und in Hessen (Gutleuthof bei Frankfurt).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Dem formalen Atheismus ist es allerdings auch nicht m\u00f6glich, da er sich eher als eine \u201egegen\u201c als eine \u201eohne\u201c Gott \u2013 Bewegung ansieht und \u00fcberdies v\u00f6llig in der Immanenz verhaftet bleibt. Das sind Leute, die in Wahrheit Totes an sich genommen haben, aber nicht um es am Leben zu erhalten, sondern um mit ihm zu sterben.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Der Mensch ist, betrachtet man ihn genauer, als Mensch allerdings alles andere als\u00a0 autark, sondern von unz\u00e4hligen Faktoren abh\u00e4ngig, die seinen Lebensweg unentwegt beeinflussen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 0;float:none;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/www.erkenntnis.pub\/blog\/?p=272\" send=\"false\" layout=\"like\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"\" colorscheme=\"light\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Diese \u00dcberschrift ist nicht ohne triftigen Grund einem wichtigen Werk der christlichen Gnosisforschung nachgestaltet. 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